wenn das alte jahr zu ende geht, sind immer alle unglaublich besinnlich und reflektiert. man blickt auf das alte jahr zurück und legt alle hoffnungen ins neue. mutige machen sich vorsätze. ja doch, nächstes jahr werden wir schlank, reich und glücklich. wir werden uns hunde, kinder und spannende hobbys zulegen.
und dann ist es da, das neue jahr. doch was ist neu? wenn man zuviel getrunken hat, wacht man morgens immer noch mit einem kater auf. der erste tag besteht hauptsächlich aus einer viel zu langen zugfahrt, nicht mal die länge der verspätung ist mit 120 minuten neu. sogar alle, die einem ohne unterbrechung ein “frohes neues” wünschen, kennt man schon lange. beim blick in den kühlschrank fällt auf, dass die gesunden lebensmittel doch nicht von selbst dort reingewandert sind. der schlaf in der ersten richtigen nacht bleibt zu kurz; der wecker kennt kein datum, nur uhrzeiten. die bahnfahrt dauert immer noch 11 oder 13 minuten. zumindest der job erscheint nach einer woche abwesenheit für ein paar momente noch ein wenig absurder als sonst. schon nach 12 mal tippen gewöhnt man sich an die neue zahl im datum. frau b. ist immer noch die langsamste kassiererin der welt.
ich habe noch keinen kalender für 2012.
doch wir werden immer bus fahren, das weißt du, das wissen wir.

