ich hasse umkleidekabinen. obwohl nein, ich hasse meinen körper in umkleidekabinen. also sagen wir, es gibt keinen ort, an dem ich meinen körper mehr hasse als in umkleidekabinen. aber ich bin auch zu faul und verpeilt, um sachen, die ich bestellt habe, wieder zur post zu bringen. und zeug, das ich zuhause lagere, aber nicht trage, kann ich mir nun mal nicht leisten.
ich habe genau jetzt zeit und ich brauche eine jeans. manchmal muss man vernünftig sein. also betrete ich den laden. ein wunder? genau die farbe, die ich gesucht habe. 2 hosen über den arm packen und schnell zur umkleidekabine.
tür auf, rein. augen zu, eigene hose ausziehen, augen erst wieder auf, als ich die andere hose anhabe. ist ok, geht schon. reicht. zumindest um aus der umkleide zu gehen und ein paar schritte probe zu laufen.
ich verlasse die kabine und falle der verkäuferin in die arme. bevor sie mich fragt, ob sie mir helfen kann – und ich weiß, dass ich jetzt nicht mit einem “ich gucke nur” davonkomme – frage ich schnell:
“die muss eng anliegen, die weitet sich noch, ne?”
“auf jeden fall. willst du sie noch eine nummer kleiner probieren?”
ohne mich in argumentationen zu verstricken, wieso ich atmen eigentlich ganz ok finde, antworte ich nur: “nee, dann passt die hier schon. und so von der länge, geht die auch zu hohen schuhen?”
“sind das hohe schuhe?!”
ok, ruhe bewahren, nicht über absatzhöhen diskutieren und nur knapp erklären “ja, ich meinte schon die, die ich gerade anhabe.”
während sie noch was von hosenende auf halber absatzhöhe erzählt, verlasse ich mich noch mal auf mein eigenes “ist ok, geht schon”-urteil, bedanke mich, kleide mich wieder um und gehe zur kasse.
während ich den laden verlasse, merke ich mir noch schnell fürs nächste mal: bitte nicht mehr als 3 fragen mit aus der umkleide nehmen.
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